chile

Noch 19 Tage

Es ist klar, dass all das eines Tages vorbei sein wird, dieses Jahr voller Reisen, neuer Gesichter und neuer Freunde wird vorbeigehen. Es ist ziemlich komisch, denn manchmal habe ich das Gefühl, dass ich im August 2014 stehengeblieben bin. Ich denke manchmal, es war doch gerade erst Weihnachten, Sommerferien und ich bin gerade erst herkommen und doch ist es schon 10 Monate her, dass ich in den Flieger gestiegen bin. Und wenn ich dann an vorletzten Montag denke, kommt es mir vor, als ob das vor 2 Monaten war. Und wenn ich darüber nachdenke, dass mir noch knapp 3 Wochen bleiben, dann kann ich das irgendwie echt nicht realisieren. Man denkt vielleicht, dass ich total traurig darüber bin, dass ich hier weggehen muss, aber wenn ich ehrlich bin, dann bin ich das nicht, für mich ist das noch so weit weg. Vielleicht ändert sich das, wenn meine Freundin Johanna am Freitag nach Hause fliegt, aber bis jetzt freue ich mich sehr auf Zuhause. Endlich wieder alles gewohnt zu haben, das Essen, zur Schule zu gehen, meine Familie und meine Freunde. Doch gleichzeitig macht es mir auch etwas Angst. Wie ist es wohl alle wiederzusehen? Wird es sein, als ob ich nie weggewesen wäre? Wer wird mich verstehen und sich meine ganzen Geschichten anhören wollen ohne sich zu langweilen? Wie wird es sein, das erste Mal wieder mein Haus zu betreten? Und wie wird es sein, das erste Mal durch die Stadt zu laufen? – während ich mir diese Fragen stelle, frage ich mich auch, wie es wohl sein wird, alles hier hinter mir zu lassen? Wie wird der letzte Schultag? Und wie wird es, wenn ich mich am Flughafen von allen verabschiede? Und wer wird überhaupt an den ,Flughafen kommen?
Was ich wirklich sehr vermissen werde ist es, spanisch zu sprechen. Es ist nun so vollkommen normal und ich denke gar nicht mehr darüber nach und dann plötzlich wird sich mein Kopf wieder auf Deutsch umschalten müssen und alle werden auf Deutsch sprechen…
Es sind so schrecklich viele Fragen in meinem Kopf, welche mich vor allem wenn ich abends schlafen möchte quälen. Dieses Jahr war eines oder wahrscheinlich das aufregendste Jahr meines bisherigen Lebens. Das heißt weder, dass es das beste noch das schlimmste Jahr war, es gab einfach extrem viele Höhen und Tiefen. Abende, an denen ich weinend im Bett lag, weil ich meine Familie oder meine Freunde vermisst habe, Tage an denen ich mir nichts mehr wünschte, als eine bestimmte Person zu umarmen, diese aber 12.000 km weit weg war. Und Tage, an denen ich einfach nur nach Hause wollte. Doch dann gab es auch die Tage, an denen alles gut und ich einfach glücklich war, Tage an denen ich mein Leben in Deutschland überhaupt nicht vermisst habe. Und ich glaube, dass diese guten Tage im Endeffekt überwiegen. Manche Menschen verstehen es vielleicht nicht, warum ich täglich mit meinen Eltern schreibe, denn es heißt ja immer, dass man möglichst wenig Kontakt nach Hause haben soll, doch mir ist dieses Jahr erst richtig klar geworden, wie wichtig meine Familie für mich ist und ich habe es dieses Jahr erst so richtig zu schätzen gelernt, dass sie immer hinter mir stehen.
Ihr seht wahrscheinlich, dass es wirklich nicht leicht für mich ist, mein Leben hier hinter mir zu lassen, das Leben, das ich mir ein Jahr lang aufgebaut habe, doch ich habe eben auch mein Leben in Deutschland, welches mich nun zurückruft und worauf ich mich wirklich sehr freue!

Bis in 3 Wochen meine Lieben,
Besos Fiana ♥

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2 Gedanken zu „Noch 19 Tage“

  1. Hallo Fiana,

    deine Beiträge sind wirklich sehr beeindruckend! Es macht viel Freude so viele Dinge über Chile und dich zu erfahren. Ein ereignisreiches und aufregendes Jahr geht zu Ende, und ich freue mich schon auf deinen Vortrag am Internationalen Abend. Du bekommst auch eine extra lange Redezeit. Bist du dabei?

    Ganz liebe Grüße sendet

    Hr. Kartaly

    1. Hallo Herr Kartaly, es freut mich sehr, dass Sie meinen Blog lesen und er Ihnen gefällt. Ich bin natürlich dabei am Internationalen Abend lange über mein Auslandsjahr zuberichten, ich freue mich schon sehr darauf!
      Bis ganz bald,
      Fiana

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